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Wissenswertes über Vietnam

Vietnam - mein asiatisches Lieblingsland!

Servus,
heute will ich einige Eindrücke von meinem (bisherigen) asiatischen Lieblingsland mit euch teilen: dem wunderschönen Vietnam! Dieses Land hat mich einfach ganz besonders beeindruckt – und das, obwohl ich meist eher Pech mit dem Wetter hatte. Doch trotzdem hat mich dieses Land so sehr überzeugt, dass ich kaum elf Monate später entschieden habe, es noch einmal zu besuchen und weitere Ecken zu erkunden!


1. Vietnams Natur

Klar, hat Vietnam genauso Küsten, Strände, Inseln, Berge und Seen wie viele andere Länder auch. Weshalb sind diese aber besonders hervorzuheben? Was hat Vietnam, was andere Länder nicht haben? Es ist schwierig zu beschreiben, doch es ist einfach immer auf eigene Art besonders. Die Berge im Norden sind alle in sattem Grün, sehen aus wie kleine, runde Pyramiden und sind in endlosen Reihen angeordnet, oftmals von herrlich goldenen Reisterrassen verziert.

Die vietnamesische Inselgruppe Cát Bà in der Ha-Long-Bucht gleicht einem Paradies, wenn man sich mit dem Schiff langsam nähert und die hunderten steilen Felsinseln, die dort auf einen warten, näherkommen sieht. Ähnlich sieht es in Ninh Bình aus – auch dort gibt es viele Seen, verziert mit all diesen schönen senkrechten Felsen, durch die teilweise natürliche Tunnel auf dem Wasser hindurchführen. Dort wurde übrigens der Film „King Kong“ gedreht!

Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal hat Vietnam noch in seiner Zentralregion zu bieten: In der dortigen Berglandschaft lauert eine unglaubliche Anzahl verschiedenster Höhlen! Jeder Naturliebhaber kommt hier auf seine Kosten, denn nicht nur die größte Höhle der Welt (für die übrigens mehrere Monate Wartezeit einzurechnen sind sowie ca. 3000 € für eine mehrtägige Tour) gibt es dort zu entdecken. Paradiesisch ausgeleuchtete Höhlen mit endlos vielen Steinformationen und spiegelnden Becken warten dort; es gibt Höhlen, die nur mit dem Boot zu erkunden sind, Höhlen, deren Wände golden schimmern, Höhlen, die mit Abseiltechnik und Sauerstoff erkundet werden müssen – und sicherlich auch noch unerforschte Höhlen.

Wenn man von Vietnams Naturschätzen mal genug hat – kein Problem: Das Land liegt ja praktischerweise an der asiatischen Ostküste, sprich, zum Meer hat man es nie besonders weit!
Grundsätzlich gilt in Vietnam: Je weiter nördlich, desto schöner. Deshalb empfehle ich die Route von Saigon nach Hanoi.


2. Die Vietnamesen an sich

Auch die Menschen, die hier leben, sind ein Grund, weshalb ich mich halb in dieses Land verliebt habe. Was mich am meisten berührt und verzaubert hat, sind all die Kinder hier. In Vietnam gibt es auffällig viele Kinder, und besonders im eher ärmlichen Norden des Landes ist mir das ganz besonders aufgefallen.

Die meisten Kinder freuen sich, wenn sie Touristen sehen, rufen laut „Hello!“ oder strecken ihre Hand raus, um den vorbeifahrenden Touristen auf dem Roller die Hand abzuklatschen – und freuen sich natürlich, wenn von dem einen oder anderen Roller mal ein paar Süßigkeiten herunterfallen.

Die vielen Kinder machen das Land sehr lebendig und tauchen den Tag in einen Mix aus positiven Emotionen, die sie ausstrahlen: Das, was wir alle an Kindern so lieben und selbst verloren haben – nämlich diese offene, staunende Art, der Glaube an das Gute aus Herzen, die alles für möglich halten, und all das mit ihren kleinen, strahlenden Gesichtern nach außen tragen.

Doch nicht nur die Kinder verzaubern dieses Land – nahezu alle Vietnamesen sind außerordentlich freundlich und hilfsbereit. Fast jeder Gruß wird lächelnd erwidert. Es ist keine Seltenheit, dass die Vietnamesen Selfies mit Touristen machen wollen oder Jugendliche schüchtern kichernd winken oder sich direkt einen Handschlag abholen.

Der Service in den Hostels ist der beste, den ich je erlebt habe: Ob Ausflüge, Transporte, Empfehlungen, SIM-Karten, Schnakenschutzmittel oder Rollerverleih – meist alles unkompliziert und mit persönlicher Nachbetreuung möglich.

Für alle, die noch glauben, Reisen wäre eine komplizierte Angelegenheit mit Wörterbüchern und fremdsprachigen Landkarten: Hätte ich eine achtzehnjährige Tochter, würde ich sie sofort ohne Bedenken hierher schicken. In Thailand – ebenfalls super einfach und sicher zu bereisen – muss man sich doch noch gelegentlich ein paar Straßen weiter zu einem Sammelpunkt oder Busbahnhof bequemen; in Vietnam wird man in der Regel immer direkt am Hostel abgeholt und wieder abgeliefert.

Gibt man den Vietnamesen mal ein Trinkgeld, fehlt nicht mehr viel zum Freudensprung. Außerdem hat man den Eindruck, dass sie sich wirklich freuen, Gäste hierzuhaben. So wurde ich schon mal von einer Grundschullehrerin gebeten, mich mit einer Schülerin zu unterhalten, um ihre Selbstsicherheit und Motivation im Englischen zu stärken. In einem anderen Beispiel wurde mir in Hà Giang ein Ball in die Hand gedrückt, und ich wurde gebeten, die Kinder dort etwas zu bespaßen. Als ich Jugendliche am Flughafen von Ho-Chi-Minh-Stadt um Hilfe mit dem Bus bat, wollten sie das Trinkgeld unter keinen Umständen annehmen und sagten, ich solle lieber Vietnam liebevoll in Erinnerung behalten.

Das alles trägt signifikant dazu bei, dass ich mich hierzulande wirklich sehr wohl fühle!


3. Das Preisniveau

Es ist unglaublich, wie günstig das Leben in Vietnam ist. Der vietnamesische Đong gehört zu den wertlosesten Währungen der Welt – aktuell bekommt man für 1 € etwa 31.000 VND. Dementsprechend hoch sind die Summen, die man bar mit sich herumträgt.

Ich weiß nicht, woran es genau liegt, aber die Preise sind alle supergünstig: So bekommt man einen Schlafplatz in einem Schlafsaal meist zwischen 1 – 5 €, ein vietnamesisches Essen zwischen 0,5 – 2 €, einen Roller für 3 – 5 € pro Tag. Auch Transporte und Ausflüge sind alle verhältnismäßig günstig. Das Bier kostet meistens ebenfalls unter 1 €!

Natürlich schwankt auch hierzulande das Preisniveau zwischen Stadt und Land stark, doch selbst in der Stadt ist es noch immer sehr günstig. Wenn ich daran denke, dass ich auf den Phi-Phi-Inseln in Thailand 180 Baht für ein großes Bier bezahlt habe – sprich knapp 5 € …


4. Ursprüngliches und echtes Südostasien

Klar, es gibt auch in Vietnam sehr touristische Gegenden wie die Ba Na Hills (die bekannte goldene Brücke und eine große Schlossanlage) und einige stark frequentierte Hotspots. Doch im Großen und Ganzen ist Vietnam noch ursprünglicher, näher an den Einheimischen und weniger „beschönigt“ – weshalb das Land bei Backpackern auch sehr beliebt ist.

Ursprünglich und echt heißt aber auch, dass man frisch gerupfte Göckel, in Scheiben geschlagene Fische und teilweise auch zerlegte Hunde auf Straßenmärkten sieht! Deshalb ist Vietnam auch nichts für den klassischen Urlauber, der üblicherweise in Bibione um acht Uhr morgens sein Handtuch auf eine Liege legt. Dieses Land ist ungeeignet für Schnösel und Schicki-Micki-Touristen – doch ein Paradies für echte Abenteurer, die abtauchen wollen in ein anderes, ursprünglicheres und einfacheres Leben, die wirklich mal etwas anderes sehen wollen, die kein Problem damit haben, eine Straße bei rollendem Verkehr zu überqueren und auf kleinen Plastikhockern von einer mobilen, auf einem Roller montierten Miniküche zu essen!


Zur ganzen Wahrheit gehören auch die Nachteile dazu:
Wie in ganz Südostasien sind Müll, der fehlende Nachhaltigkeitsgedanke und Straßenköter ein Thema. Bei diesen Punkten sticht Vietnam nicht negativ heraus – was jedoch nicht heißt, dass es keinen Handlungsbedarf gibt.

Der vietnamesische Verkehr ist äußerst chaotisch und auch gefährlich. Die Straßen sind zwar überwiegend gut, die Fahrweisen jedoch unvorhersehbar, teilweise aggressiv und laut. Es hält kein Mensch an, wenn man die Straße überqueren will – hier gilt es, Blickkontakt zu halten, mit dem Verkehr zu „verschmelzen“ und sich vorsichtig zur anderen Straßenseite durchzuarbeiten.

Aufgrund des dichten Verkehrs und der vielen Streetfood-Stände ist die Luftqualität in den Großstädten – insbesondere in Hanoi – sehr belastend, weshalb viele Vietnamesen Masken tragen.

Als allein reisender Mann wird man in den Metropolen sehr häufig von Rollerfahrern angesprochen, die neben Personentransport auch Drogen und illegale sexuelle Dienstleistungen vermitteln wollen. Das kann teilweise etwas lästig sein, ist jedoch bei Weitem nicht so schlimm wie in gewissen Gegenden Thailands, wo Prostituierte versuchen, dich am Arm in ihre Räumlichkeiten hineinzuziehen.

Abschließend möchte ich noch einen wichtigen Punkt ansprechen, was den Umgang mit den Vietnamesen betrifft: Das Stichwort ist Respekt – natürlich eine Selbstverständlichkeit, wenn man ein anderes Land besucht und in dessen Kultur eintaucht. Doch in Vietnam ist das meiner Meinung nach besonders wichtig.

Die Vietnamesen sind ein sehr stolzes Volk. Überall hier hängt die vietnamesische Flagge sowie Hammer und Sichel. Ein Teil des Stolzes beruht auf der Tatsache, dass Vietnam nicht von den USA besiegt wurde. Es ist noch nicht lange her, dass Amerika in diesem Land mehr Bomben abgeworfen hat als im gesamten Zweiten Weltkrieg und Vietnams Natur mit circa 72 Millionen Litern hochgiftigen, erbgutverändernden Entlaubungsmitteln besprüht hat. Selbst die jetzige Generation leidet noch darunter – insbesondere im Süden des Landes sieht man viele Menschen mit Fehlbildungen, meist als Bettler. Doch diese Last tragen zu können und unter der Übermacht der USA nicht eingeknickt zu sein trägt zum Nationalbewusstsein der Vietnamesen bei. Dies und die Tatsache, dass sie ein außerordentlich offenes, dankbares und gastfreundliches Volk sind, hat höchsten Respekt verdient!

 

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