
Vielleicht meine Lieblingsfrage?
Servus liebe Leser meines Blogs, heute hatte ich den Impuls, hier in den News meinen ersten Beitrag zu erstellen und mit euch zu teilen.
Als Thema habe ich mir eine sehr „deutsche“ Frage, vielleicht sogar meine Lieblingsfrage überhaupt, herausgesucht, die mir von unterschiedlichsten Menschen in verschiedensten Formulierungen bereits unter die Nase gehalten wurde:
„Und an deine Rente denkst du überhaupt nicht, oder?“
Ich möchte auf diese Frage direkt mit einer Gegenfrage kontern:
„Bist du dir denn sicher, dass du dein Leben in den jungen Jahren ausgelebt hast?“
Warum ist diese Fragestellung fast meine Lieblingsfrage und warum ist sie so „typisch deutsch“? Typisch deutsch ist diese Frage, weil sie den Appell beinhaltet, nicht aus dem gesellschaftlich vorgelebten Muster des treuen Steuerzahlers auszubrechen.
Wenn man selbst nicht mal das Gegenteil erlebt und die Freiheit geschmeckt hat, dann ist einem das weniger bewusst und man kann in diesem Muster auch durchaus ein erfülltes Leben führen. Man kann die Blüte seines Lebens, die ich hiermit als die Jahre zwischen 20 und 40 definiere, dazu nutzen, die Karriereleiter emporzuklettern, eine zweite Einkommensquelle zu generieren, ein eigenes Business zu gründen und sich in materiellen Reichtum einzudecken. Ja, es steht einem zu, all seine Lebensenergie in Arbeit zu stecken, in seinen Urlauben an den zweiten Einkommensquellen zu arbeiten und die restliche Freizeit in die Instandhaltung der materiellen Besitztümer zu investieren, um dort einen luxuriösen und einer fleißigen Seele würdigen letzten Lebensabschnitt zu verbringen. Vater Staat sowie die künftigen Erben freuen sich mit Sicherheit. Doch – Hand aufs Herz – kennt nicht jeder mindestens ein Beispiel in seinem sozialen Umfeld, in dem ein Mitmensch im frühen Rentenalter schon von uns gegangen ist? Wie viele der Menschen, welche sagen, dass sie sich im Alter, wenn alles abbezahlt ist, ihren Träumen widmen werden, fliegen tatsächlich noch nach Afrika und machen eine Wildtiersafari?
Ich sage euch nun zwei ernüchternde Fakten.
Die Zeit, seine Träume zu leben, ist nicht erst mit Mitte 60.
Jeder Mensch wird mit steigendem Alter träger, bequemer und entwickelt den Wunsch nach Sesshaftigkeit. Sowohl Körper als auch Geist werden uns mehr und mehr in die Schranken weisen, deshalb werden wir dann auch vom Arbeitsmarkt aussortiert. Die wahre Zeit der Selbstverwirklichung ist in der Blüte des Lebens!
Außerdem: Niemand garantiert uns, dass wir dieses Alter überhaupt erreichen!
Es ist ein absolut unberechenbarer Fakt, den wir meiner Meinung nach auch nicht beeinflussen können! Wer nicht Motorrad fährt, keinen Sport betreibt und auch sonst keine Risiken eingeht, hat trotzdem keine Garantie darauf, dass er zu Hause nicht die Treppe hinunterfliegt! Wie gesagt, das kann man nicht beeinflussen oder vorhersagen, aber man kann sich dessen bewusst sein und in seinem Leben nicht auf Zeit spielen!
Wer seine Träume auf später aufschiebt, spielt ein riskantes Spiel.
Zeit, Antrieb und Gesundheit sind die Grundvoraussetzungen dafür, seine Selbstverwirklichung leben zu können. Wisst ihr, was meine persönliche worst-case Vorstellung wäre? Wenn ich eines Tages als trauriger, vom Alter gebeugter Mann in meinem Sessel säße und seufzend sagen müsste: „Ach, hätte ich doch…“.
Aus diesen Gründen muss ich bei der Frage, ob ich mich denn nicht um mein Alter sorge, nur lächeln. Ich sorge nämlich sehr gut für mich, indem ich die mir zur Verfügung stehende Energie nicht (nur) in Arbeit, sondern während meiner Reisen in mich selbst investiere! Meine Prämisse ist es, im Einklang mit mir selbst zu leben und meinen unersättlich großen Abenteuergeist zu füttern, einen Reichtum an Erinnerungen zu erschaffen, der meiner geistigen Gesundheit guttut und mich genau vor der oben genannten Vorstellung bewahren wird.
Irgendwo habe ich auch die Zuversicht, dass aus der Energie, welche ich in mich selbst investiere, etwas wachsen wird, Energie geht nämlich nie verloren, sondern ändert nur ihre Beschaffenheit. Auf Reisen nimmt man Themen mit, die einen selbst richtig bewegen, beispielsweise das Thema Berufung, den Sinn des Lebens. Meist genau die Themen, für die wir nach einem achtstündigen Arbeitstag keine Zeit mehr haben. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr die Birne sprudelt, wenn man so lange Zeit nur für sich selbst lebt. Über mein halbes Jahr Sabbatical habe ich mehr als 150 Seiten geschrieben (und forme aktuell etwas daraus). Da war verdammt viel dabei, was mich wirklich weiter bringen kann und ich habe den Mut und die Zuversicht, daraus eine Stütze für die Zukunft zu bauen.
Ein guter Freund sagte zu mir: „Wenn es Spaß macht, ist es keine Arbeit.“ Wird meine Rente vielleicht noch von einer Leidenschaft oder einem Minijob gestützt? Werde ich von Deutschland überhaupt mal Rente bekommen? Werde ich es erleben? Zumindest auf die letzte Frage kann ich antworten, dass ich mein Bestes dafür tue.
Was gibt es nun abschließend über diesen typisch deutschen Satz zu sagen? Wenn ihr mich fragt, ist immer die Motivation das Entscheidende und diese sollte Glück und Leidenschaft sein. Manche Menschen sind vom Typ einfach nicht für die große, weite Welt geschaffen oder sind ihrer Berufung bewundernswert nahe. Diese Menschen brauchen dann gewiss keinen so verrückten alternativen Lebensstil wie ich im Moment.
Was uns jedoch nicht motivieren sollte, ist diese verkrampfte, knechtende Haltung, nach der das Hamsterrad laufen muss bis zur Rente!
Am Ende zählen nicht die Jahre im Leben, sondern das Leben in den Jahren!
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Timon Götz